Archiv für die Kategorie ‘integration’

Gesucht bis zum 15. August 2012: Ideen und Vorbilder zur Integration durch Musik – Ideeninitiative

20. Juni 2012

Liz Mohn Kultur- und Musikstiftung sucht vorbildliche Projekte für kulturelles Miteinander
Gesucht bis zum 15. August 2012: Ideen und Vorbilder zur Integration durch Musik
Die Liz Mohn Kultur- und Musikstiftung unterstützt erneut mit 50.000 Euro die Entwicklung und Umsetzung neuer Projektideen für das Miteinander von Kindern und Jugendlichen

Die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund und die Förderung des Verständnisses zwischen Menschen unterschiedlicher Kulturen sind zentrale Herausforderungen für unsere Gesellschaft. Im Sinne einer aktiven Bürgergesellschaft ist hierzu private Initiative, besonders auch in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, gefordert. Diesen Ansatz greift die Liz Mohn Kultur- und Musikstiftung auf. Mit unserer “Ideeninitiative ‘Integration durch Musik’” möchten wir das Miteinander von Kindern und Jugendlichen mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund fördern.

Mit dem Projektaufruf zur Ideeninitiative möchten wir eine Initialzündung geben für die Entwicklung und Umsetzung neuer Projektideen und möglichst viele Einrichtungen und Akteure zu entsprechendem Handeln motivieren. Gleichzeitig hoffen wir, dass die von uns geförderten Projekte viele Nachahmer finden werden. Bis zum 15. August 2012 sind wieder neue Projektideen gesucht. Machen Sie mit! Lesen Sie hierfür bitte sorgfältig die folgenden allgemeinen Projektbedingungen und rufen am Seitenende das Formular “Projektantrag Ideeninitiative 2012″ auf.
Allgemeine Projektbedingungen

Deutschlandweit sind Institutionen, Vereine, Verbände, Stiftungen, individuelle Initiativen und Akteure etc. mit gemeinnütziger Zielsetzung eingeladen, musisch orientierte Projekte für eine erfolgreiche Integration von Kindern und Jugendlichen zu entwickeln. Wir suchen wieder praktische Beispiele mit Vorbildfunktion, wie Integration gelingen kann. Dabei soll die Musik im weiteren Sinne als Mittel zur Zielerreichung eingesetzt werden. Die Kinder und Jugendlichen im Projekt sollten an möglichst allen Projektphasen aktiv beteiligt sein. Zeigen Sie uns, wie Ihr Projekt aktiv das Miteinander und das Verständnis füreinander fördert. Gesucht sind neue Projektideen: nicht gefördert werden können Projekte, die bereits in gleicher Form in Deutschland existieren und/oder bei einer unserer vorherigen Ideeninitiativen für eine Förderung eingereicht wurden. Es können zudem keine Projekte gefördert werden, mit deren Durchführung bereits begonnen wurde. Inhaltlich oder hinsichtlich der Zielgruppe abzugrenzende, neue Projektbausteine innerhalb eines bereits laufenden Gesamtprojekt-Kontextes hingegen können gefördert werden. Kooperationen mit weiteren Organisationen sind ausdrücklich erwünscht, um eine größere (Breiten-)Wirkung zu erzielen. Die Laufzeit der einzureichenden Projekte sollte zunächst drei Monate nicht überschreiten, denn wir möchten gezielt einen Anreiz geben und dazu motivieren, mehr kulturell-integrative Projekte ins Leben zu rufen. Diese können sich in der Fortführung vielleicht selbst oder durch andere Förderer finanzieren. Die Stiftung möchte die im Rahmen der “Ideeninitiative ‘Integration durch Musik’” eingereichten und besonders förderungswürdigen Projekte identifizieren und finanziell unterstützen, sofern sie den Grundsätzen der Gemeinnützigkeit entsprechen und die eingereichten Projektanträge die inhaltlichen und formellen Kriterien unseres Projektantragsformulars 2012 (siehe Download unten) erfüllen. Maximal 15 Projekte werden im Rahmen der „Ideeninitiative ‚Integration durch Musik’“ 2012 gefördert, jeweils mit einmalig bis zu 5.000 Euro, jedoch nicht mit mehr als 80% des Gesamtprojektbudgets.

Auf der Basis der eingereichten Projektanträge entscheidet der Vorstand der Liz Mohn Kultur- und Musikstiftung Mitte/Ende Oktober 2012 über die mögliche Förderung der eingereichten Projekte und die Höhe der finanziellen Unterstützung. Die zu fördernden Projektteilnehmer erhalten umgehend eine schriftliche Benachrichtigung von uns. Mit der Durchführung der Projekte soll baldmöglichst nach Erhalt dieser Benachrichtigung, spätestens jedoch im Januar 2013, begonnen werden.

Hier finden Sie das FORMULAR PROJEKTANTRAG IDEENINITIATIVE 2012

Die geförderten Projekte aus den Ideeninitiativen 2008-2011 stellen sich HIER vor.

Kindereinträge im Reisepass der Eltern ab dem 26. Juni 2012 ungültig

27. März 2012

Aufgrund europäischer Vorgaben ergibt sich im deutschen Passrecht eine wichtige Änderung: Ab dem 26. Juni 2012 sind Kindereinträge im Reisepass der Eltern ungültig und berechtigen das Kind nicht mehr zum Grenzübertritt. Somit müssen ab diesem Tag alle Kinder (ab Geburt) bei Reisen ins Ausland über ein eigenes Reisedokument verfügen. Für die Eltern als Passinhaber bleibt das Dokument dagegen uneingeschränkt gültig.

Das Bundesinnenministerium empfiehlt den von der Änderung betroffenen Eltern, bei geplanten Auslandsreisen rechtzeitig neue Reisedokumente für die Kinder bei ihrer zuständigen Passbehörde zu beantragen. Als Reisedokumente für Kinder stehen Kinderreisepässe, Reisepässe und – je nach Reiseziel – Personalausweise zur Verfügung.

Hintergrundinformationen:

Die Änderung ergibt sich unmittelbar aus der Verordnung (EG) Nr. 444/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 28. Mai 2009 zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 2252/2004 des Rates über Normen für Sicherheitsmerkmale und biometrische Daten in von den Mitgliedsstaaten ausgestellten Pässen und Reisedokumenten (EU-Passverordnung). Hintergrund ist das in der EU-Passverordnung aus Sicherheitsgründen verankerte Prinzip “eine Person – ein Pass”, das EU-weit bis zum 26. Juni 2012 umzusetzen ist und von der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) empfohlen wird. Aufgrund der zehnjährigen Gültigkeitsdauer von Reisepässen können sich Dokumente mit (ab dem 26. Juni 2012 ungültigem) Kindereintrag aber noch bis Ende Oktober 2017 in Umlauf befinden.

Erscheinungsdatum 20.03.2012
http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2012/03/reisepass.html

Einbürgerung: VHS bereitet auf den

25. Januar 2012

Click here to find out more!Gelsenkirchen, 24.01.2012

derwesten.de

2011 haben an der Volkshochschule Gelsenkirchen 172 Einbürgerungswillige aus 46 verschiedenen Ländern am Einbürgerungstest teilgenommen. Anfang März steht der nächste Termin an.

Wer in Deutschland die deutsche Staatsbürgerschaft erlangen will, muss seit 2008 neben Deutschkenntnissen auch gesellschaftspolitisches Wissen nachweisen. Der Fragenkatalog für den Einbürgerungstest besteht aus 310. 300 Fragen beziehen sich auf deutsche Kultur, Geschichte, Geografie und Rechtsordnung, zehn Fragen auf das jeweilige Bundesland, in dem man den Test macht. Für den Test hat der Bewerber eine Stunde Zeit. Innerhalb der 60 Minuten müssen 33 Fragen aus dem Katalog beantwortet werden. Bestanden ist der Test, wenn 17 Fragen richtig beantwortet sind.

Der nächste Termin zur Vorbereitung auf den Einbürgerungstest findet am 7. März statt. Anmeldungen sind bei Semra Öztan in der VHS ab sofort möglich: dienstags von 9 bis 12 Uhr und donnerstags von 15 – 18 Uhr in Raum 107 im Bildungszentrum, Ebertstraße 19; sowie dienstags von 14 bis 15.30 Uhr im Kunstmuseum, Horster Straße 5 – 7, Raum 46. Zur Anmeldung sind der Pass sowie 25 Euro Gebühr erforderlich. Infos unter: 169-2658 oder -2536.

Artikel auf: http://www.derwesten.de/staedte/gelsenkirchen/einbuergerung-vhs-bereitet-auf-den-id6280554.html

Handball: Berliner Pevnov erhält deutschen Pass

13. Januar 2012

handelsblatt.com, 12.01.2012,

Evgeni Pevnov vom Handball-Bundesligisten Füchse Berlin hat die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten. Der Russe hatte die Einbürgerung im vergangenen Sommer beantrag.

Quelle: SID
Frisch gebackener deutscher Staatsbürger: Pevnov Quelle: SID
Frisch gebackener deutscher Staatsbürger: Pevnov Quelle: SID

Köln (SID) – Evgeni Pevnov vom Handball-Bundesligisten Füchse Berlin hat die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten. Der Russe hatte die Einbürgerung im Sommer beantragt und bekam am Donnerstag seine Papiere. “Es ist ein tolles Gefühl, jetzt den deutschen Pass zu haben”, sagt Pevnov. Der Kreisläufer ist in Deutschland aufgewachsen.

“Ich freue mich das Evgeni Pevnov nun die deutsche Staatsbürgerschaft hat. Wenn er in der Liga weiter zu konstanten Leistungen findet, hat er auch die Möglichkeit, in Richtung Nationalmannschaft zu blicken”, sagte Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning.

http://www.handelsblatt.com/handball-berliner-pevnov-erhaelt-deutschen-pass/6061270.html

Anspruch auf Einbürgerung

27. Dezember 2011

http://www.derwesten.de/

09.12.2011 | 17:36 Uhr

In Essen haben nach Angaben der Stadtverwaltung 23.000 Menschen einen Anspruch darauf, sich einbürgern zu lassen. Sie müssen dafür bestimmte Anforderungen erfüllen, etwa wenigstens acht Jahre in Deutschland leben, sie dürfen nicht wegen einer Straftat verurteilt worden sein und müssen einen Einbürgerungstest machen. Um für die deutsche Staatsangehörigkeit zu werben, hat die Stadt Essen eine Kampagne gestartet, die zunächst aber enttäuschend verlief: Bei der Auftaktveranstaltung sind von 401 angeschriebenen Essenern mit türkischem Pass nur zwei gekommen. Auch, heißt es am Mittwoch, sollen einige Essener mit ausländischem Pass davon Abstand nehmen, wenn sie sich einbürgern lassen, dies im Rahmen einer offiziellen Feier zu tun.

Ja zur Einbürgerung! – Einbürgerungskampagne Rheinlandpfalz

9. Dezember 2011

 

Das Integrationskonzept des Landes Rheinland-Pfalz enthält das Ziel, die politische Beteiligung von Migrantinnen und Migranten weiter zu verbessern. Deshalb unterstützt die Landesregierung die Einbürgerung. Wer sich einbürgern lässt und die deutsche Staatsangehörigkeit erwirbt, wird gleichberechtigte Bürgerin oder gleichberechtigter Bürger unseres Landes mit allen Rechten und Pflichten. Als Staatsbürgerin oder Staatsbürger haben Sie damit alle Möglichkeiten der politischen Teilhabe – in Deutschland und in der Europäischen Union.

Die Landesregierung wirbt in Zusammenarbeit mit ihren Partnerinnen und Partnern der Integrations- und Migrationsarbeit für die Einbürgerung und tritt für eine gute Informations- und Beratungsarbeit ein.

Hamburg startet Einbürgerungskampagne

24. November 2011

Hamburg startet Einbürgerungskampagne

http://www.ndr.de
Drei modisch gekleidete Frauen mit Kopftüchern © picture-alliance/ ZB Fotograf: Arno Burgi Detailansicht des Bildes In Hamburg leben rund 400.000 Menschen mit ausländischen Wurzeln. (Archivfoto) Hamburg will verstärkt zur Einbürgerung ermutigen: Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) wird ab Dezember rund 137.000 Hamburger mit Migrationshintergrund in einem persönlichen Schreiben auffordern, die deutsche Staatsangehörigkeit anzunehmen. Das berichtet NDR 90,3. Die Briefe sollen innerhalb von drei Jahren verschickt werden. Zudem werden Hamburgs Schulen das Thema “Einbürgerung” stärker im Unterricht verankern. Unter dem Motto “Hamburg. Mein Hafen. Deutschland. Mein Zuhause” wirbt die Hansestadt bereits seit vergangenem Herbst bei Zuwanderern dafür, den deutschen Pass zu beantragen.

Stadt erhofft sich bessere Integration

Die geplante Einbürgerungsinitiative sei in Deutschland ohne Vorbild, sagte Scholz dem “Hamburger Abendblatt”. Deshalb sei auch nicht abzuschätzen, wie viele das Angebot annehmen werden. “Mein Wunsch wäre, dass das etwa die Hälfte macht”, sagt Scholz. “Aber auch zehn bis fünfzehn Prozent wären schön.” Die Hansestadt erhofft sich dem Bericht zufolge von der Einbürgerung eine bessere Integration sowie einen geringeren Verwaltungsaufwand, weil unter anderem Fragen des Aufenthaltsrechts wegfallen. In Hamburg haben rund 400.000 Menschen ausländische Wurzeln, etwa 236.000 verfügen nicht über eine deutsche Staatsangehörigkeit. Im vergangenen Jahr wurden 5.295 Menschen eingebürgert.

Mehr zum Thema:

http://www.ndr.de/regional/hamburg/einbuergerung127.html

Einbürgerung mit Hürden – Im Ermessen dagegen

18. Oktober 2011

taz vom 16.10.2011

http://www.taz.de/Einbuergerung-mit-Huerden/!80054/

Rot-Grün hält sich wohlwollende Einbürgerungspolitik zugute. Zumindest im Falle des Angolaners Ricardo T. aber sieht es anders aus – er musste um den Pass kämpfen. von JAN ZIER

Auf einen deutschen Pass musste der Angolaner Ricardo T. trotz guter Integration lange warten  Bild:  DPA

Wenn es um Einbürgerungen in Bremen geht, klopft sich Rot-Grün derzeit gerne mal selbst auf die Schultern. “Die Bremer Ausländerbehörden schöpfen weiterhin alle Ermessensspielräume aus, um gut integrierten Kindern und Jugendlichen eine Aufenthaltsperspektive zu ermöglichen”, heißt es beispielsweise in einem aktuellen Papier des Senates. An anderer Stelle schreibt die Landesregierung dieser Tage der Grünen-Fraktion: “Ermessensspielräume werden von den Behörden in Bremen und Bremerhaven zugunsten der Einbürgerungsbewerber genutzt.”

Einen anderen Schluss legt der Fall des Angolaners Ricardo T. (Name geändert) nahe. Und der sei, sagt sein Anwalt Jörg Wegner, durchaus “kein seltener Einzelfall”.

Als T. nach Deutschland kommt, ist er etwa 13, und er kommt ohne seine Eltern – ein minderjähriger, unbegleiteter Flüchtling aus Afrika. Das war vor mehr als zehn Jahren. Heute ist er 24 und ein “Vorzeigebeispiel für gelungene Integration”, wie Wegner sagt: “Er trägt dieses Land im Herzen.” Gleichwohl habe das Bremer Stadtamt ihm in der Zwischenzeit “nur Steine in den Weg gelegt”, so der Anwalt.

Sein Asylbegehren wurde einst abgelehnt, seither war T. zunächst in Bremen geduldet. Als er nach der mittleren Reife dank guter Noten sofort einen Ausbildungsplatz in der örtlichen Logistikbranche bekommt, lehnt es die Behörde erst ab, seine Aufenthaltserlaubnis zu verlängern. Unmittelbar zu Ausbildungsbeginn wurde sie schließlich vom Gericht dazu verpflichtet. Später übernahm ihn sein Arbeitgeber, T., der laut Wegner “perfekt Deutsch” spricht, arbeitet dort bis heute in ungekündigter Stellung. Seine unbefristete Aufenthaltserlaubnis aber erstritt er sich zwischenzeitlich gegen den Willen der Behörde.

“Er wollte nichts anderes als Deutscher werden”, sagt Wegner. Darauf hat Anspruch, wer seit acht Jahren hier lebt, und auch die sonstigen Anforderungen erfüllt. Wer als gut integriert gilt, kann schon nach sechs Jahren eingebürgert werden, Erwachsene, die als Kinder von Deutschen adoptiert wurden, schon nach vier. Ricardo T. ist als Pflegekind fünf Jahre in einer deutschen Familie groß geworden – für ihn hätte deshalb eine analoge Regelung gelten können oder sogar müssen, sagt Wegner. Demnach hätte T. 2009 einen deutschen Pass bekommen können.

Doch das Stadtamt lehnte ein “öffentliches Interesse” daran ab. Das Stadtamt vermochte nämlich “keine besonderen Umstände” zu erkennen, die es hätten “geboten” erscheinen lassen, T. früher einzubürgern als nach sechs Jahren. Seine “besonderen Integrationsleistungen” erkannte man im Amt zwar durchaus an. Deutscher wurde er gleichwohl erst in diesem Sommer.

Die Behörde hätte ihn durchaus früher einbürgern können, wenn sie denn gewollt hätte – sagt nicht nur Wegner. Sondern auch das Verwaltungsgericht Bremen. Das habe “im Ermessen” der Behörde gelegen, schreiben die Richter, und dieses Ermessen hätte “fehlerfrei zu einem früheren Zeitpunkt” zugunsten von T. ausgenutzt werden können. Wurde es aber nicht. Entgegen aller Behauptungen, die Rot-Grün dieser Tage formuliert. “In der Praxis ist genau das Gegenteil der Fall”, sagt Wegner.

Ohnehin ist die Zahl der Einbürgerungen in Bremen rückläufig, seit Rot-Grün regiert. In der Stadt Bremen ging sie von etwa 1.500 im Jahr 2007 auf rund 1.300 im vergangenen Jahr zurück, in Bremerhaven parallel dazu von 225 auf 160. Leicht zurück gegangen ist aber auch die Zahl der Duldungen: Im Sommer 2010 waren davon noch 2.210 Menschen betroffen, zwei Jahre zuvorwaren es 2.021.

Aufwertung der türkischen “Blauen Karte”

18. Oktober 2011

Radio SWR-International Migration & Integration vom 18.10.2011

http://www.swr.de/international/de/-/id=233334/nid=233334/did=8726188/xsj7t7/index.html

Aufwertung der türkischen “Blauen Karte”

Türken, die sich in Deutschland einbürgern lassen, verlieren in der Regel ihre türkische Staatsbürgerschaft. Für viele bringt dies Nachteile in der Türkei mit sich – beispielsweise beim Kauf oder Verkauf von Immobilien, bei Todesfällen in der Familie oder Behördengängen. Mit einer neuen Regelung sollen diese Nachteile nun aufgehoben werden.

Über 26.000 Türken ließen sich im vergangenen Jahr in Deutschland einbürgern. Für die meisten bedeutet dies zugleich den Verlust ihrer türkischen Staatsbürgerschaft, da Deutschland doppelte Staatsbürgerschaften in der Regel nicht zulässt. Der Verlust der früheren Staatsbürgerschaft ist für viele Türken ein Grund, auf eine Einbürgerung in Deutschland zu verzichten.

Vorteile in Deutschland sind Nachteile in der Türkei

Der Verlust der türkischen Staatsbürgerschaft bringt nämlich enorme Nachteile mit sich, wenn es darum geht, in der Türkei behördliche Dinge zu erledigen. Beim Todesfall in der Familie und einer Testamentseröffnung werden die “ehemaligen Türken” dann wie Ausländer behandelt und nicht mehr wie Staatsbürger. Auch beim Kauf oder Verkauf von Wohnungen gibt es für “nicht mehr Türken” Nachteile.

Diese Nachteile im Herkunftsland sind für viele Türken ein Grund, sich in Deutschland nicht einbürgern zu lassen. Im Jahr 2004 waren es noch 40.000 Einbürgerungen im Jahr, im Jahr 2010 – wie erwähnt – nur noch 26.000.

“Blaue Karte” als “Ersatzausweis” wird aufgewertet

Nun werden Auslandstürken, die in Ländern wie Deutschland bei Annahme der Staatsbürgerschaft auf ihren türkischen Pass verzichten müssen, in der Türkei rechtlich bessergestellt werden. Eine entsprechende Reform kündigte der für die Auslandstürken zuständige Vize-Ministerpräsident Bekir Bozdag an. Die Gesetzesänderung soll mehr Türken als bisher dazu bewegen, die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen.

Schon bisher konnten Auslandstürken nach dem Austritt aus der türkischen Staatsbürgerschaft in ihrer alten Heimat eine so genannte “Blaue Karte” als Ausweis beantragen. Nun sollen die “Blauen Karten” den normalen türkischen Ausweispapieren in allen Fragen des Alltags und der Verwaltung gleichgestellt werden. Die blauen Ausweise würden also de facto einem türkischen Personalausweis rechtlich gleichgestellt mit derselben Gültigkeit wie jedes andere türkische Identitätsdokument.

Türkei wünscht, dass sich mehr Türken in Deutschland einbürgern lassen

Damit würden Auslandstürken mit fremder Staatsbürgerschaft bei Behörden wie dem Katasteramt oder beim Notar künftig genauso behandelt wie normale türkische Staatsbürger, sagte Bozdag. Die Regierung in Berlin unterstütze die Neuregelung. Ziel sei es, den dauerhaft in Deutschland lebenden Türken die Entscheidung für die deutsche Staatsbürgerschaft zu erleichtern.

Schnellere Anerkennung im Ausland erworbener Abschlüsse

30. September 2011

(AFP)
Berlin — Im Ausland erworbene Berufsabschlüsse sollen in Deutschland künftig schneller anerkannt werden und so Migranten die Aufnahme qualifizierter Berufe ermöglichen. Der Bundestag billigte einen Gesetzentwurf der Regierung, der zum Beispiel Ärzten aus nichteuropäischen Ländern ermöglichen soll, hierzulande in ihrem Beruf zu arbeiten.

Das sogenannte Anerkennungsgesetz soll helfen, eine Vielzahl ausländischer Berufsausbildungen auch im Handwerk oder in der Verwaltung anzuerkennen. Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) hatte bei der Verabschiedung des Gesetzesentwurfs durch das Kabinett im März gesagt, rund 300.000 bereits in Deutschland lebende Migranten könnten von der neuen Regelung profitieren. Geprüft werden sollen die Qualifikationen von Einwanderern durch die Kammern und Behörden, die bereits jetzt für die Anerkennungsverfahren von EU-Bürgern und Spätaussiedlern zuständig sind.

Beispiele hoch qualifizierter Ingenieure oder Wissenschaftler aus nicht zur EU zählenden Staaten, die wegen der deutschen Gesetze ihr Geld mit Taxifahren oder Putzen verdienen müssen, hatten in der Vergangenheit immer wieder für Diskussionen gesorgt.

Copyright © 2011 AFP. Alle Rechte vorbehalten


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