Landratsamt Schwäbisch Hall – Landkreis Aktuell
[Artikel vom 13.08.2012]
„Die deutsche Staatsangehörigkeit vermittelt eine Vielzahl von Rechten und stellt eine viel versprechende Chance für ausländische Mitbürgerinnen und Mitbürger dar“, erklärt Landrat Gerhard Bauer. „Es im Interesse einer demokratischen Gesellschaft, volle politische und gesellschaftliche Teilhabe zu gewähren. Dies ist bei ausländischen Staatsangehörigen nur im Rahmen der Einbürgerung möglich. Außerdem stellt die bewusste Entscheidung zur Einbürgerung ein Bekenntnis zu dem Land dar, in dem man lebt.“
Obwohl derzeit zirka 8000 ausländische Staatsangehörige im Landkreis Schwäbisch Hall leben, die statistisch gesehen bereits eine Einbürgerungsmöglichkeit haben, beantragten in den letzten Jahren durchschnittlich nur zirka 200 bis 300 Personen die Einbürgerung. Als neuen Schwerpunkt der im Jahr 2007 ins Leben gerufenen Einbürgerungsinitiative will Landrat Bauer diesen Personenkreis deshalb nach und nach persönlich anschreiben. „So möchten wir die Menschen dazu einladen, sich für das Thema zu interessieren und gezielt bei uns zu informieren“, so Gerhard Bauer.
„Neben dem manchmal langwierigen und kostenintensiven Verfahren, mag die geringe Antragszahl hauptsächlich an der notwendigen Aufgabe der bisherigen Staatsangehörigkeit liegen“, vermutet Hubert Kiesel, Leiter des Amtes für Migration. „Dies ist zwar nicht beeinflussbar. Inzwischen wurde das Verfahren jedoch durch die Landesregierung in einigen Bereichen erleichtert“.
So müssen Einbürgerungsbewerber nicht nur aus anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union, sondern auch zum Beispiel aus dem Irak, nicht mehr das problematische Verlustverfahren der irakischen Staatsangehörigkeit durchlaufen. Auch ältere Personen mit langjährigem Aufenthalt in Deutschland profitieren von den Regelungen. Außerdem können Ausbildungs- und Studienzeiten künftig auf den Aufenthalt angerechnet werden und seitens der Landesregierung sind weitere Erleichterungen im Rahmen des Bundesrechts geplant.
Diese und zahlreiche weitere Informationen sind potentiellen Einbürgerungsbewerbern oftmals nicht bekannt. „So ist mein Schreiben vielleicht dazu geeignet, eventuelle Hemmnisse und Vorurteile abzubauen und letztendlich die Zahl der Einbürgerungen zu steigern“, hofft Landrat Bauer.
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