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Staatsministerin Böhmer legt 8. Bericht über die Lage der Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland vor “Integration kommt voran- aber die Anstrengungen müssen noch verstärkt werden!”

7. Juli 2010

PRESSE- UND INFORMATIONSAMT DER BUNDESREGIERUNG
PRESSEMITTEILUNG NR.: 247
Mi, 07.07.2010

“Die Integration in Deutschland gewinnt an Fahrt. Bei Sprache, Bildung und Ausbildung sind Fortschritte zu verzeichnen. Dennoch gilt: Gerade im Bildungs- und Ausbildungsbereich und auf dem Arbeitsmarkt ist die Situation vieler Migranten nach wie vor dramatisch. Diese Großbaustellen der Integration müssen wir in den nächsten Jahren verstärkt angehen. Unser Ziel ist: Deutschland muss das Land der Aufsteiger werden!”

Das erklärte Staatsministerin Maria Böhmer anlässlich des 8. Berichts über die Lage der Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland, den sie heute dem Bundeskabinett vorgelegt hat. Anschließend übergab die Integrations-beauftragte den Bericht an Bundestagspräsident Norbert Lammert.
“Integration ist eine Schicksalsfrage für unser Land. Mittlerweile hat etwa jedes dritte Kind unter 5 Jahren einen Migrationshintergrund. In diesem Jahrzehnt entscheidet sich,

* ob wir langfristig den sozialen Zusammenhalt sichern können,
* ob die jungen Migranten zu einer Generation der Gewinner werden,
* ob Deutschland seine Attraktivität für kluge Köpfe aus aller Welt steigern kann,
* ob wir die klugen Köpfe aus unserem Land bei uns halten können,
* ob wir unsere Wettbewerbsfähigkeit sichern können,
* ob Deutschland ein weltoffenes, tolerantes, lebens- und liebenswertes Land bleibt.

“Aufhalten lässt sich der demografische Wandel nicht. Aber wir können ihn gestalten. Dafür ist es wichtig, Vielfalt noch stärker als Chance zu sehen. Es gilt, Migrantinnen und Migranten eine Perspektive in unserem Land zu bieten”, betonte Böhmer. “Die eingeleiteten Maßnahmen greifen: Das Bildungsniveau der jungen Migranten hat sich von 2005 bis 2008 erhöht. Zu einem großen Anteil besuchen Jugendliche aus Zuwandererfamilien zwar nach wie vor die Hauptschule. Der Abstand gegenüber Jugendlichen ohne Migrationshintergrund hat sich aber verringert (Rückgang der Zahl der Hauptschulabsolventen mit Migrationshintergrund von 2005 bis 2008 um 4,4 Prozent). Immer mehr jungen Migranten gelingt es, einen mittleren Abschluss (plus 0,8) oder die Fachhochschulreife oder das Abitur zu erwerben (plus 1,0).

Diese Entwicklung muss beschleunigt werden! Grundsätzlich verfügen Mädchen über bessere Bildungsergebnisse als Jungen. Alarmierend ist, dass der Anteil aller Jugendlichen ohne Abschlüsse nahezu konstant geblieben ist und Jugendliche mit Migrationshintergrund nach wie vor annähernd doppelt so häufig die Schule abbrechen wie Jugendliche ohne Migrationshintergrund.”

“Wir brauchen eine nationale Bildungsoffensive, um mehr jungen Migranten den Aufstieg zu ermöglichen. Zentrale Bedeutung kommt dem Spracherwerb von Anfang an zu. Nur wer Deutsch kann, wenn er in die Schule kommt, hat gleiche Startchancen. In den Kindergärten müssen dafür die Grundlagen gelegt werden. Noch nutzen Migranteneltern neun Prozent weniger häufig als Eltern ohne Migrationshintergrund diese Möglichkeit für ihr Kind. Um dies zu ändern, setze ich mich für ein verpflichtendes, beitragsfreies letztes Kindergartenjahr ein. Ein großer Schritt für eine gute Zukunft der Kinder und unseres Landes!” so Böhmer.

“In den Schulen muss die individuelle Förderung der jungen Migranten fortgesetzt werden. Hier sind die Länder in der Pflicht! Sie haben im Nationalen Integrationsplan zugesagt, bis 2012 das Bildungsniveau der Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund an den Gesamtdurchschnitt aller Schülerinnen und Schüler anzugleichen. Ich fordere die Länder auf, Schulen mit einem hohen Migrantenanteil besser auszustatten. Die Schulen müssen zu Orten der Integration werden. Dafür benötigen sie mehr Geld, mehr Lehrer und Schulsozialarbeiter sowie mehr Zeit in Form von Ganztagsschulen. Zugleich müssen wir mehr Lehrkräfte aus Zu-wandererfamilien als Brückenbauer gewinnen. Zur Zeit haben nur fünf Prozent aller Lehrkräfte einen Migrationshintergrund. Das ist angesichts der steigenden Zahl der Migrantenkinder deutlich zu wenig!”, so Böhmer.

“Für den Bildungserfolg der Kinder ist die Mitwirkung der Eltern entscheidend. Die Eltern müssen ihre Kinder motivieren, Deutsch zu lernen. Gute Deutschkenntnisse sind Voraussetzung für den Bildungserfolg in unserem Land. Eltern, die selbst noch unsicher im Umgang mit der deutschen Sprache sind, sollten einen Integrationskurs besuchen. Die Integrationskurse sind ein Erfolgsmodell: Seit 2005 haben mehr als 600.000 Migranten an einem Integrationskurs teilgenommen. Weit mehr als die Hälfte von ihnen freiwillig! Um noch mehr Eltern zu erreichen, können die Kurse jetzt auch an Kindergärten und Schulen durchgeführt werden. Auch in Zukunft muss sichergestellt sein, dass jeder, der Deutsch lernen möchte, zeitnah einen Integrationskurs besuchen kann!”, erklärte die Staatsministerin.

Einen positiven Trend gibt es laut Lagebericht bei der Ausbildungsbeteiligung von ausländischen Jugendlichen. Sie stieg 2008 im Vergleich zum Vorjahr um zwei Prozent auf 32,2 Prozent. Bei den Deutschen im gleichen Alter betrug die Quote 2008 68,2 Prozent. Dennoch bleiben zu viele Migranten ohne berufliche Ausbildung. Dementsprechend sind ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt geringer: So liegt die Arbeitslosenquote von Migranten fast doppelt so hoch wie von Deutschen ohne Migrationshintergrund (2008: 12,4 Prozent zu 6,5 Prozent).

“Integration gelingt vor allem über den Arbeitsmarkt. Umso wichtiger ist es, hier Chancengleichheit zu erreichen. Immer mehr Arbeitgeber erkennen: Die Ausbildung und Beschäftigung von Migranten ist angesichts des demografischen Wandels das Gebot der Stunde! Migranten sind die Fachkräfte von morgen. Es ist höchste Zeit, dass die Anerkennung aus-ländischer Berufsabschlüsse und Qualifikationen vorankommt. Die Eckpunkte für eine gesetzliche Regelung liegen auf dem Tisch. Jetzt sind Bund und Länder gefordert, schnellstmöglichst die notwendigen Schritte für Gesetze zur Anerkennung der Abschlüsse vorzulegen. Ein solches Anerkennungsgesetz ist die entscheidende Weichenstellung für eine bessere Integration vieler qualifizierter Zuwanderer in unserem Land!”, betonte Böhmer.

“Die wachsende Vielfalt unseres Landes muss sich auch im öffentlichen Dienst widerspiegeln. Wir brauchen mehr Fachkräfte aus Zuwandererfamilien in Kindergärten und Schulen, aber ebenso bei Polizei, bei Feuerwehr, in der Kommunalverwaltung und in den Ministerien. Bei der Ausbildung und Beschäftigung von Migranten kommt dem öffentlichen Dienst eine Vorreiterrolle zu! Im Nationalen Integrationsplan haben sich Bund und Länder verpflichtet, unter der Berücksichtigung von Eignung, Befähigung und Leistung mehr Migranten einzustellen. Dabei sind deren Sprach- und interkulturelle Kompetenzen zu berücksichtigen. Einige Länder gehen diesen Weg, und setzen sich dabei klare Zielmarken und legen entsprechende Programme auf, wie beispielsweise Hamburg. Dies unterstütze ich ausdrücklich!”, so Böhmer.

“Besonders freuen mich Ergebnisse des Berichts, wonach Migranten wirklich in unserem Land “angekommen” sind. So verfügen sie immer öfter über Wohneigentum. Etwa jeder Dritte der hier geborenen Migranten besitzt mittlerweile ein Haus oder eine Eigentumswohnung. Zudem sind die Migranten der 2. Generation fast genauso häufig ehrenamtlich aktiv wie Deutsche ohne Migrationshintergrund”, so Böhmer.

“Für ein gutes Miteinander in unserem Land ist es entscheidend, dass jedem, der sich einbringen und integrieren will, die Hand gereicht wird. Wir alle sind begeistert vom Teamgeist und der Leistung der deutschen Nationalmannschaft. Ich wünsche mir über den Fußball hinaus, dass Vielfalt zum Erfolgsmodell für unser Land wird!”, betonte Böhmer.
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Stellungnahme des Kooperationsverbundes Jugendsozialarbeit zum Berufsbildungsbericht 2010

5. Juli 2010

Von: Tina Hofmann
Anlässlich der diesjährigen Veröffentlichung des Berufsbildungsberichts 2010 hat der Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit umfassend Stellung bezogen.

Die Stellungnahme nimmt eine kritische Bewertung der aktuellen Situation am Ausbildungsstellenmarkt vor und enthält umfassende Vorschläge zur Verbesserung der Ausbildungschancen für benachteiligte jungen Menschen. Die Forderungen sind an dem Ziel orientiert, “Ausbildung für Alle” zu ermöglichen. Die Stellungnahme umfasst ebenso Vorschläge zur Weiternentwicklung der Ausbildungsförderung wie auch Anregungen zur Schaffung eines kohärenten Übergangssystem von der Schule in den Beruf.

KV Positionspapier Berufsbildungsbericht 2010

Bildungslotsen

5. Juli 2010

Von: Thomas Pudelko
Mit einem Programm zur Installation bzw. Ausweitung von Bildungslotsen möchte das BMBF seine Bemühungen verstärken die Zahl der Schulabbrecher deutlich zu senken. Im Rahmen einer Verwaltunbgsvereinbarung zwischen Bundesregierung und der Bundesagentur für Arbeit wird der Einsatz von zusätzlichen “Berufseinstiegsbegleitern”, so genannten Bildungslotsen, geregelt.

Mit einem Programm zur Installation bzw. Ausweitung von Bildungslotsen

soll den

Jugendlichen eine klare Berufsperspektive aufzeigt und zugleich ein wichtiger Beitrag zur Fachkräftesicherung von morgen geleistet werden. Das Programm des BMBF sieht vor, weitere 1200 hauptamtliche Bildungslotsen an Haupt- und Förderschulen zu schicken, um gefährdeten Jugendlichen zu helfen. Mit diesen Bildungslosten sollen weitere 30.000 Schülerinnen und Schüler erreicht werden. Ausgangspunkt hierfür ist eine Potenzialanalyse mit den Jugendlichen an Haupt- und Förderschulen ab der siebten Klasse. Anschließend erstellen die Berufseinstiegsbegleiter einen Förderplan, der die letzten beiden Schuljahre sowie im Fall eines erfolgreichen Abschluss eines Ausbildungsvertrags das erste Lehrjahr umfasst.

Der Einsatz der Berufseinstiegsbegleiter erfolgt in zwei Schritten: In einem ersten Schritt benennen die Länder nach entsprechenden Vorgaben des Bundes die Schulen, an die Bildungslotsen geschickt werden sollen. In einem zweiten Schritt ist vorgesehen, das Sonderprogramm Berufseinstiegsbegleitung im Rahmen eines öffentlichen Vergabeverfahrens auszuschreiben. Die Ausschreibung wird voraussichtlich im Sommer sein. Die neuen Bildungslotsen ergänzen die bereits rund 1.000 Berufseinstiegsbegleiter von der Bundesagentur für Arbeit. Außer dem Einsatz dieser hauptamtlichen, pädagogisch qualifizierten Mitarbeiter ist im Zuge der Initiative “Bildungsketten” vorgesehen, weitere 1.000 Senioren-Experten (Praktiker mit Berufsbildungserfahrung) zur Betreuung während der Berufsausbildung einzusetzen. Hierzu baut das BMBF seine bereits bestehende Kooperation mit dem Senioren Experten Service aus.

Ein bereits laufender Teil der Bildungsketten ist das Berufsorientierungsprogramm für überbetriebliche und vergleichbare Berufsbildungsstätten (BOP), das die Bundesregierung nun stark ausweitet. Hier können sich alle Träger um Beteiligung bewerben, die Erfahrung in der Erstausbildung haben. Für dieses Jahr stellt das BMBF dafür 50 Millionen Euro zur Verfügung.

Neu ist die vorausgehende Potenzialanalyse, die den Jugendlichen bei Fragen wie “Wie will ich später leben und arbeiten?” und “Was kann und was will ich erreichen?” helfen soll, Antworten zu finden. Außerdem enthalten die neuen Richtlinien Erleichterungen für Antragsteller.

Weitere Information über das Programm sind über das BIBB zu erhalten.
www.bibb.de/berufsorientierung

Stellungnahme des Kooperationsverbundes Jugendsozialarbeit zum Berufsbildungsbericht 2010

5. Juli 2010

Von: Tina Hofmann
Anlässlich der diesjährigen Veröffentlichung des Berufsbildungsberichts 2010 hat der Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit umfassend Stellung bezogen.

Die Stellungnahme nimmt eine kritische Bewertung der aktuellen Situation am Ausbildungsstellenmarkt vor und enthält umfassende Vorschläge zur Verbesserung der Ausbildungschancen für benachteiligte jungen Menschen. Die Forderungen sind an dem Ziel orientiert, “Ausbildung für Alle” zu ermöglichen. Die Stellungnahme umfasst ebenso Vorschläge zur Weiternentwicklung der Ausbildungsförderung wie auch Anregungen zur Schaffung eines kohärenten Übergangssystem von der Schule in den Beruf.

KV Positionspapier Berufsbildungsbericht 2010


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