Archiv für die Kategorie ‘mehrstaatigkeit’

Schwierige Wahlpflicht – Junge Migranten und ihr Pass

22. Oktober 2010

Schwierige Wahlpflicht – Junge Migranten und ihr Pass
Berlin, http://www.swr.de, 19.08.2010
Seit dem 1. Januar 2000 werden in der Bundesrepublik geborene Ausländerkinder automatisch Deutsche. Sie behalten zunächst auch die Staatsbürgerschaft ihrer Eltern, müssen sich aber später für einen Pass entscheiden. In der Praxis sorgt das für einige Probleme.

Reisepass
Wenn Kenan Araz mit jungen Migranten spricht, ahnen diese oft noch gar nicht, was auf dem Spiel steht. Der Leiter des Aktionsbüros Einbürgerung in Bochum versucht es, dann ganz klar zu sagen: “Du musst Dich entscheiden!” Handeln die jungen Erwachsenen nicht, laufen sie Gefahr, ihre deutsche Staatsangehörigkeit zu verlieren. Doch das ist vielen Migranten gar nicht bewusst.
Seit dem 1. Januar 2000 bekommen Kinder, die in Deutschland geboren werden und deren Elternteile Ausländer sind, automatisch die deutsche Staatsbürgerschaft. Sie sind dann Doppelstaatler auf Zeit. Denn bis zur Vollendung des 23. Lebensjahres müssen sie zwischen dem deutschen Pass und dem ihrer Eltern wählen. Tun sie es nicht, verlieren sie automatisch die deutsche Staatsangehörigkeit.
Für vor dem Jahr 2000 geborene Kinder gilt eine Übergangsregel, die 2008 zu greifen begann und die ersten Migrantenkinder vor die Wahl stellte. Bis 2017 sind jährlich zwischen 3000 und 7000 Kinder betroffen – ab 2018 werden es pro Jahr etwa 40 000 sein.
Behörden informieren nicht verlässlich
Eigentlich sollen die Betroffenen von den Ämtern angeschrieben und auf die “Optionspflicht” hingewiesen werden. Doch Araz weiß: “Es gibt Jugendliche, die keinen Hinweis der Behörde bekommen.” Selbst wenn der Brief kommt, verstehen die Adressaten die Tragweite oft nicht. “Die wissen nicht, um was es geht”, sagt Araz. Dabei hängen oft alle Zukunftspläne – vor allem der Job in Deutschland – vom Pass ab.
Migrationsbeauftragte räumt Probleme ein

Maria Böhmer, Staatsministerin im Bundeskanzleramt
Die Migrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer (CDU), räumt in ihrem Bericht zur Lage der Ausländer in Deutschland die Probleme ein. In manchen Fällen habe die Behörde versäumt, den Datensatz zu kennzeichnen – daher wisse sie später nicht, dass ein Kind optionspflichtig ist. Schwierigkeiten gebe es auch bei mehrfachen Umzügen der Betroffenen, insbesondere ins Ausland. “Viele Jugendlichen verstehen die komplizierte gesetzliche Regelung und die behördlichen Schreiben nicht”, heißt es in dem Bericht. Und es komme immer wieder zu Missverständnissen. Bundesweit berichteten Behörden von größeren, vor allem personellen, Schwierigkeiten. Denn der Beratungs- und Betreuungsbedarf sei hoch.
Pro und Kontra
Gegner der Doppelstaatlichkeit führen an, bei der Staatsangehörigkeit könne es keine doppelte Loyalität geben. Und Kritiker der Optionspflicht meinen, junge Migranten hätten nun die “Qual der Wahl”. Nach den Erfahrungen von Araz fällt ihnen die Entscheidung aber nicht schwer, sobald sie begreifen, um was es geht. Die meisten votieren dann für den deutschen Pass.
Sachverständigenrat plädiert für Neuregelung
Der Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration, der die Politik berät, kritisiert das Optionsmodell seit langem. Manche dürften ihren doppelten Pass behalten, andere aber nicht. Zur ersten Gruppe gehören vor allem EU-Bürger, zur zweiten vor allem türkischstämmige Menschen, aber auch Migranten mit Eltern aus arabischen Ländern und Staaten der früheren Sowjetunion.
Fazit des Sachverständigenrates: “Das Optionsmodell war ein Notkompromiss mit nicht zureichend durchdachten Folgen.” Der Vorsitzende des Gremiums, Klaus Bade, plädiert dafür, die Regelung zumindest auszusetzen, den Betroffenen auf Antrag die doppelte Staatsangehörigkeit zu gewähren und eine neue Regelung zu erarbeiten.
Politische Fronten
Union und FDP vereinbarten zwar in ihrem Koalitionsvertrag, nach den ersten Erfahrungen Änderungen zu prüfen. Allerdings ist die Union gegen eine dauerhafte doppelte Staatsbürgerschaft. Die Stadtstaaten Berlin und Bremen scheiterten erst im Mai im Bundesrat abermals mit einem Vorstoß, optionspflichtigen Kindern den doppelten Pass zu lassen. Und Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bekräftigte kürzlich, die Forderung nach einer Abschaffung der Optionspflicht habe “null Chance auf politische Umsetzung”. (dpa)

http://www.swr.de/international/de/-/id=233334/nid=233334/did=6790704/1gwlikq/index.html

mehrstaatigkeit im alevitischen Verein in Hamm

21. Mai 2010

„doppelte Staatsbürgreschaft“ im alevitischen Verein in Hamm, Freitag, 25.06.10 um 17 Uhr.

Themen sind unter anderem:

  • • Doppelte Staatsbürgerschaft/Hinnahme von Mehrstaatigkeit
  • • Sprachnachweis
  • • Einbürgerungstest
  • • Abstammungs-und Geburtsortsprinzip
  • •Optionspflicht
  • • Anspruchs-und Ermessenseinbürgerung
  • • Ehegatten Deutscher sowie eingetragene Lebenspartnerschaften
  • • Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit
  • • Erbschaften im Herkunftsland beim Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit

Veranstaltungsort: alevitischer Verein in Hamm

Kontaktadresse: Özlem Ibi, Multikulturelles Forum e.V.

Münsterstr. 46b, 44534 Lünen Tel.: 02306 / 30630-25, Fax: 02306 / 30630-29 e-mail: ibis@multikulti-forum.de | Internet: http://www.multikulti-forum.de

mehr zum Thema: http://www.einbuergern.de/content/e1315/e1462/e2499/index_ger.html

Mehrstaatigkeit, Optionsmodell, Ausbürgerung und Erbansprüche beim alew. Kulturverein in Bergkamen

8. Mai 2010

Informationsveranstaltung zur Einbürgerung

Schulung zur Einbürgerung, Staatsangehörigkeit und Integration – Daten, Fakten und die Praxis. Mehrstaatigkeit, Optionsmodell, Ausbürgerung und Erbansprüche.

Von den rund 2 Millionen Ausländern in Deutschland, die die Voraussetzungen für eine Einbürgerung erfüllen, haben sich 2008 etwa 95.000 Personen einbürgern lassen. 2007 lag die Zahl der Eingebürgerten mit ca. 110.000 deutlich höher. Die Gründe für den Rückgang sind vielfältig.
Seit 2008 müssen sich bspw. nun auch die Jugendlichen entscheiden, die ihren “Doppelpass” im Rahmen einer Übergangsregelung des neuen Staatsangehörigkeitsgesetzes von 1999 erhalten haben, ob sie die deutsche oder andere Staatsbürgerschaft haben wollen.

In den letzten Jahren ist es zu mehreren ähnlichen Veränderungen gekommen.
Wie erhält man die deutsche Staatsangehörigkeit?
Welche Voraussetzungen werden verlangt?
Was ist bei der Einbürgerung zu beachten?
Die Veranstaltung soll diese und andere Fragen beantworten und Hilfestellungen für Einbürgerungspotentiale, Interessierte sowie ggf. beraterische Praxis geben.

Themen sind unter anderem:
• Doppelte Staatsbürgerschaft/Hinnahme von Mehrstaatigkeit
• Sprachnachweis
• Einbürgerungstest
• Abstammungs-und Geburtsortsprinzip
• Optionspflicht
• Anspruchs-und Ermessenseinbürgerung
• Ehegatten Deutscher sowie eingetragene Lebenspartnerschaften
• Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit

Leitung und Koordination
Özlem Ibis – Multikulturelles Forum e.V.
Münsterstr. 46b, 44534 Lünen
Tel.: 02306 / 30630-25, Fax: 02306 / 30630-29
ibis@multikulti-forum.de | http://www.multikulti-forum.de

Referent:
Kenan Araz – Leiter der Integrationsagentur Aktionsbüro Einbürgerung im Paritätischen NRW
Engelsburger Str. 168, 44793 Bochum
Telefon 0234 – 9621012 | Fax 0234 – 683336
abe@einbuergern.de | http://www.einbuergern.de

Bericht:

Die Veranstaltung hat um 17:30  begonnen. Die Eröffnung machten Özlem Ibis – Multikulturelles Forum e.V. und der Vorsitzende des Vereins Herr ismail Koc.

Die Veranstaltung  wurde überwiegend in türkischer Sprache durchgeführt. Einige Fragen wurden auch kurdisch besprochen. An der Veranstaltung nahmen insg. 27 Frauen und Männer teil.

Es herschte durchgehend nette und schöne Atmosphäre.

Die Fragen waren überwiegend über die Mehrstaatigkeit. Die Veranstaltung ist gegen 19:30 zur Ende gegangen.

Das ABE-Team bedankt sich bei Özlem Ibis – Multikulturelles Forum e.V.. und Herrn Ismail koc – der Vereinsvorsitzende des Vereins sowie bei den TN für die gut organisierte Veranstaltung und tolle Atmosphäre

08.05.2010
Kenan und Martyna

Alewitischer Kulturverein Kamen/bergkamen – einige Mitglieder. Foto: der Westen


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