Newsletter zur Einbürgerung und Integration 01/2018

8. März 2018

Herzlich willkommen in der neuen Ausgabe
Wir begrüßen unsere Leser*innen in unserem Newsletter zur Einbürgerung und Integration. Wie wünschen jeder und jedem viele glückliche Momente, Gesundheit, Erfolg und Frieden.
________________________________________
Wie Paulo Rink in Deutschland: Diese Fußballer wurden eingebürgert!
21.02.18, sportbuzzer.de, Von Leon Schaefer

Paulo Rink musste für die Einbürgerung fleißig die Sprache lernen. In unserer Galerie zeigen wir euch eingebürgerte Fußballer wie Gerald Asamoah, mögliche Kandidaten wie Leon Bailey und abgelehnte Bewerber wie Ailton
Am Mittwoch wird Paulo Rink 45. Anlässlich dessen haben wir uns mit Spielern beschäftigt, die es dem Deutsch-Brasilianer gleichgetan und für andere Nationalmannschaften als die ihres Heimatlandes gespielt haben – und auch Kandidaten, die abgelehnt wurden.
Am Mittwoch wird Paulo Rink 45 Jahre alt. Seine Karriere dürfte mit dem Prädikat „Wandervogel“ gut beschrieben sein. Allerdings nicht nur im Hinblick auf seine vielen Stationen als Vereinsfußballer in Brasilien, Deutschland, den Niederlanden, Zypern und Südkorea – denn: Rink hat 1998 die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen und zwischen 1998 und 2000 insgesamt 13 Länderspiele für den DFB bestritten. Er war der erste Brasilianer der das deutsche Trikot trug. Noch heute wird er in Brasilien, wohin er inzwischen als Lokalpolitiker zurückgekehrt ist, „der Deutsche“ genannt (…).
http://www.sportbuzzer.de/artikel/wie-paulo-rink-in-deutschland-diese-fussballer-wurden-eingeburgert/
________________________________________
Junge US-Einwanderer können auf Einbürgerung hoffen
26.01.18, von MZ
Washington -US-Präsident Donald Trump bietet bis zu 1,8 Millionen illegal ins Land gekommenen jungen Einwanderern die Einbürgerung an. Im Gegenzug verlangt er aber härtere Maßnahmen gegen andere Gruppen von Migranten sowie Geld für eine Grenzmauer zu Mexiko.

Aktivisten im vergangenen September bei einer Demo ggen die „Dreamer”-Politik des US-Präsidenten. Foto: Nelvin C. Cepeda/San Diego Union-Tribune – Quelle: https://www.mz-web.de/29560440 ©2018

Das umfassende Rahmenwerk, über das in der Nacht zum Freitag US-Medien berichteten, löste sogleich Proteste von oppositionellen Demokraten, aber auch von Republikanern aus.
Laut „New York Times” verlangt Trump vom Kongress, einen 25 Milliarden Dollar (20 Mrd. Euro) schweren Treuhandfonds zu schaffen, mit dem der Grenzwall zu Mexiko bezahlt werden soll. Ausweisungen aus den USA sollen beschleunigt und Familiennachzug verhindert werden. Gegen Menschen, deren Einreisevisa abgelaufen sind, soll härter vorgegangen werden. Außerdem solle die so genannte Greencard-Lotterie enden, die Menschen aus vielen verschiedenen Ländern eine Chance auf eine Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis in den USA gibt. – Quelle: https://www.mz-web.de/29560440 ©2018 (…)
https://www.mz-web.de/politik/junge-us-einwanderer-koennen-auf-einbuergerung-hoffen-29563994

________________________________________
Staatsangehörigkeitsangelegenheiten – Arnsberg – Stadt Arnsberg
Allgemeine Hinweise:
Die Einbürgerung ist ein wichtiger Schritt zur Integration der im Inland lebenden Migrantinnen und Migranten und gleichzeitig der letzte Schritt zu ihrer rechtlichen Eingliederung. Sie setzt unter anderem regelmäßig ein dauerndes Aufenthaltsrecht und eine gewisse Eingliederung in deutsche Lebensverhältnisse voraus.
Durch die Einbürgerung erwirbt man die deutsche Staatsangehörigkeit mit allen sich daraus ergebenden Rechten. Sie erhalten folgende Bürgerrechte:

* das aktive und passive Wahlrecht bei Kommunal-, Landtags-, Bundestags- und Europaparlamentswahlen,
* die freie Wahl des Aufenthalts, des Wohnsitzes und des Arbeitsplatzes in Deutschland (Freizügigkeit) sowie in allen anderen Ländern der Europäischen Union,
* die Zulassung zu jedem Beruf in Deutschland (Berufsfreiheit) beispielsweise als Anwalt, Apotheker, Arzt oder Psychologe,
* den freien Zugang zum öffentlichen Dienst und die Möglichkeit, Beamter zu werden,
* die Versammlungsfreiheit, die Vereinigungsfreiheit und das Recht zur Gründung von politischen Parteien,
* die Reisefreiheit ohne Visum in viele Länder innerhalb und außerhalb Europas,
* den Schutz vor Ausweisung bei Straftaten sowie Schutz vor Auslieferung aus Deutschland und
* den Schutz im Ausland durch die deutsche Auslandsvertretung (Konsulat oder Botschaft). Der Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit ist aber auch mit Pflichten verbunden z.B. der Verpflichtung, ein öffentliches Ehrenamt als Schöffe bei Gerichten auszuüben (…).
https://www.arnsberg.de/buerger/produkte/buergerdienste/zuwanderung/Staatsangehoerigkeitsangelegenheiten.php

________________________________________
+++Gerichtsurteile+++Rechtsprechungen+++Gerichtsurteile+++

Leitsatz: Zur Identitätsklärung bei anerkannten Flüchtlingen bei Einbürgerung
OVG Sachsen-Anhalt: Beschluss vom 11.09.2017 – 3 O 243/17
1. Auch bei anerkannten Flüchtlingen ist die Identitätsklärung für die Einbürgerung notwendig (unter Bezug auf BVerwG, Urteil vom 01.09.2011 – 5 C 27.10 – asyl.net: M19227).
2. Ein Flüchtlingsausweis genügt grundsätzlich zur Identitätsklärung (unter Bezug auf BVerwG, Urteil vom 17.03.2004 – 1 C 1.03 – asyl.net: M5209).
3. Wenn bei Ausstellung des Ausweises Zweifel an der Identität bestanden (Ausweis enthält Zusatz „Identität nicht nachgewiesen“ oder Hinweis, dass Personaldaten auf Angaben der betroffenen Person beruhen), kann der Ausweis die Identitätsprüfung nicht ersetzen. Aber selbst mit solchen Zusätzen kann der Ausweis Beweiskraft für die Identität besitzen, wenn die Ausländerbehörde bei Ausstellung des Ausweises die Identität geprüft hat.
3. Stellt der Ausweis keinen Identitätsnachweis dar, müssen weitere Nachforschungen angestellt werden. Dabei ist die betroffene Person zur Mitwirkung verpflichtet (siehe hierzu auch Anmerkung zu VG Stuttgart, Urteil vom 14.02.2017 – 11 K 5514/16 – asyl.net: M25035, Asylmagazin 6/2017).
Auszüge: […]
In der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts ist geklärt, dass die Klärung offener Identitätsfragen notwendige Voraussetzung und unverzichtbarer Bestandteil der Prüfung der in den §§ 10 und 11 StAG genannten Einbürgerungsvoraussetzungen und Ausschlussgründe ist. […] Dabei ist die Identitätsprüfung aber nicht notwendig ein „vorangehendes Verfahren“, sondern hat auch im Rahmen der Feststellung der Einbürgerungsvoraussetzungen zu erfolgen.
Daher geht das Verwaltungsgericht im Ergebnis zu Recht (in Anlehnung an das Urteil des VG Stuttgart vom 14. Februar 2017 – 11 K 5514/16 -, juris) davon aus, dass die Prüfung der Identität notwendige Voraussetzung und unverzichtbarer Bestandteil der in § 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 und 5 und § 11 StAG zwingend vorgeschriebenen Status- und Sicherheitsprüfungen ist. Es geht weiter zu Recht davon aus, dass allein die Ausstellung eines Reiseausweises für Flüchtlinge nach Art 28 GFK die Identitätsprüfung jedenfalls dann nicht ersetzt, wenn feststeht, dass bei dessen Ausstellung Zweifel an der Identität des Antragstellers bestanden. Dies kann sich aus dem Reiseausweis selbst ergeben, etwa indem das Dokument Zusätze wie „Identität nicht nachgewiesen“ (vgl. BVerwG, a.a.O. Rn. 21) oder den Hinweis enthält, dass die Personendaten auf den eigenen Angaben des Antragstellers beruhen (vgl. § 4 Abs. 6 AufenthV). Fehlt hingegen ein solcher Zusatz, ist fraglich, ob dies nicht zwingend den Schluss darauf zulässt, dass die Identität des Antragstellers feststeht, weil sie im Verfahren zur Ausstellung des Reiseausweises eingehend geprüft wurde (so offenbar noch VG Stuttgart, Urteil vom 22. März 2012 – 11 K 3604/11 -, juris Rn. 32 unter Hinweis auf BVerwG a.a.O.).
Allerdings lässt sich dem hier vorgelegten Verwaltungsvorgang nicht entnehmen, ob die Beklagte oder das Verwaltungsgericht überhaupt geprüft haben, welche Prüfungstiefe die Ausländerbehörde bei der Ausstellung des Reiseausweises (ohne entsprechenden Hinweis auf Zweifel an der Identität des Klägers) angewandt hat. […] Ob aber auch dann, wenn der Reiseausweis keinen Hinweis auf Zweifel bei seiner Ausstellung enthält, die Einbürgerungsbehörde ohne Weiteres davon ausgehen kann, dass dem Dokument keinerlei Beweiskraft für die Identität des Inhabers zukommt, wird das Verwaltungsgericht – jedenfalls, wenn sich die Prüfungstiefe der Ausstellungsbehörde nicht aufklären lässt – zu klären haben. Denn grundsätzlich ist dem Reiseausweis eine Identifikationsfunktion immanent (BVerwG, Urteil vom 17. März 2004 – 1 C 1.03 -, juris Rn. 24).
Sofern das Verwaltungsgericht zu dem Ergebnis gelangt, dass der Reiseausweis entweder unter Hintanstellung von Zweifeln an der Identität des Klägers ausgestellt wurde oder trotz fehlender Zweifel keinen hinreichenden Nachweis der Identität im Rahmen des Einbürgerungsverfahrens darstellt, wird darüber hinaus zu prüfen sein, ob der Kläger nicht mit der Vorlage des am 25. Oktober 2012 ausgestellten „Auszug aus der Geburtsurkunde“ einen hinreichenden Nachweis seiner Identität erbracht und die Zweifel an seiner Identität ausgeräumt hat. Denn zwar trifft den Kläger eine Mitwirkungspflicht bei der Durchführung des Einbürgerungsverfahrens. Jedoch hat der Kläger ausweislich des beigezogenen Verwaltungsvorganges die Mitwirkung nicht verweigert, sondern nach seiner detaillierten und nachvollziehbaren Schilderung durch die Beschaffung des Auszugs aus der Geburtsurkunde gerade umfangreich mitgewirkt. […]
http://www.asyl.net/rechtsprechungsdatenbank/suchergebnis/artikel/59426.html?no_cache=1&cHash=1f47e8a63929a24d8a79dee761d606f7

________________________________________
________________________________________
Impressum und Kontakt:
Dieser Newsletter wird vom Aktionsbüro Einbürgerung (ABE) herausgegeben. Die darin veröffentlichten Beiträge geben nicht unbedingt die Ansicht des ABE wieder.
Redaktion: Kenan Araz
V.i.S.d.P.: IFAK e.V. www.ifak-bochum.de , Aktionsbüro Einbürgerung, Kortumstraße 106-108, 44787 Bochum.
Tel: 0234/9621012, Fax: 0234/683336, abe@einbuergern.de | www.einbuergern.de

Advertisements

Neu-Bottroperin sieht kulturelle Vielfalt als Geschenk

2. März 2015

12.02.2015 – derwesten.de
von Nora Henn

Bottrop. Ihre Einbürgerung sieht die Bottroperin Anna-Maria Liebergeld als Bereicherung. Identität ist für sie kein eindimensionales Konzept

Anna-Maria Liebergeld ist gerade eingebürgert worden.  Foto:Winfried Labus

Anna-Maria Liebergeld ist gerade eingebürgert worden.Foto: Winfried Labus


Durch und durch zufrieden ist Anna-Maria Liebergeld mit ihrem Leben in Bottrop – dabei hatte sie gar nicht geplant, in Deutschland zu bleiben. Die 33-Jährige ist eine echte Weltbürgerin. „Ich kann mich fast überall wohlfühlen“, sagt sie.

2001 ist Liebergeld aus ihrem Heimatland, der Ukraine, nach Siegen gezogen, um dort ihren Bachelor in „Volkswirtschaftslehre“ zu machen, dann hat sie in Dresden „Internationale Beziehungen“ studiert. „Das Studiensystem in der Ukraine ist korrupt: Offiziell zählt die Leistung bei der Vergabe der Studienplätze, in der Realität geht es aber um die richtigen Beziehungen“, erklärt sie. Besonders die beliebten Studiengängen wie Wirtschaftswissenschaften seien nur der Elite zugänglich. Da die ambitionierte Ukrainerin aber unbedingt studieren wollte, ist sie nach Deutschland gezogen. „Hier sind die Chancen besser.“

Am Ende ihres Masterstudiums lernte die Studentin ihren Mann kennen, der genau wie sie gerne auf Reisen geht. „Nach dem Studium sind wir in einem Work and Travel Programm nach Kanada gereist und haben überlegt, dort zu bleiben“, erzählt sie. Als dann das Thema Familie und Kinder aufkam, haben sie sich entschieden, nach Deutschland zu ziehen. „Die Sozial- und Familienpolitik hierzulande ist vernünftig“, erklärt sie. Schnell hat ihr Mann, ein studierter Ingenieur, eine Stelle in Bottrop gefunden. Hier leben die beiden jetzt mit ihren zwei Söhnen Jonathan (2) und William (5 Monate). Neben der Kindererziehung schreibt Liebergeld an ihrer Doktorarbeit in Wirtschaftspolitik.

Kulturelle Wurzeln bleiben

„Ich kann hier in Deutschland all das leben, was ich mir in der Ukraine gewünscht hätte“, sagt sie. Ihre ukrainische Identität aber bleibe immer ein Teil von ihr. Mit der Integration gingen schließlich nicht die kulturellen Wurzeln verloren: „Ich behalte meine Geschichte, die kann mir keiner nehmen. Für mich bedeutet Integration: das Beste aus den Kulturen zusammenbringen.“ Der Umgang mit anderen Kulturen habe ihre Identität mitgeprägt.

„Meine Einbürgerung ist für mich eine Entwicklungschance, eine Ergänzung. Sie steht nicht im Konflikt zu meiner Herkunft“, sagt Liebergeld. Als Ukrainerin in Deutschland hat sie durchweg positive Erfahrungen gemacht.

Natürliche Balance zwischen den Identitäten

„Mir wurde von der Gesellschaft nichts aufgezwungen, ich musste mich nicht verändern, vollkommen anpassen oder meine kulturellen Werte aufgeben“, erklärt sie. Die Balance zwischen den „Identitäten“ verliefe ganz natürlich, intuitiv und nach Lust und Laune: „Mal koche ich ukrainisch, mal typisch deutsch. Kulturelle Vielfalt muss nicht als Zwang oder Plan präsent sein. Sie ist einfach da“.

Darüber ist Liebergeld dankbar: „Ich wollte noch danke sagen. Dafür, dass ich so gut aufgenommen wurde. Und für all die Chancen. Ich wusste nur nicht, an wen ich mich da wenden sollte“.

http://www.derwesten.de/staedte/bottrop/neu-bottroperin-sieht-kulturelle-vielfalt-als-geschenk-id10336102.html

Studie: Zuwanderer und Staat profitieren von früher Einbürgerung

2. März 2015

13.02.2015 – dpa AFX

HEIDELBERG (dpa-AFX) – Eine frühe Einbürgerung zahlt sich einer Studie zufolge für Staat und Zuwanderer gleichermaßen aus. Die Ankömmlinge haben demnach die Chance, schneller Geld zu verdienen und eine feste Arbeit zu bekommen. Der Staat profitiert wiederum von mehr Steuereinnahmen und hat weniger Sozialausgaben, wie eine am Freitag veröffentlichte Untersuchung der Wirtschaftswissenschaftlerin Christina Gathmann von der Universität Heidelberg zeigt. Für die Studie wurden Datensätze des Mikrozensus und Befragungen von Einwanderern über mehrere Jahre ausgewertet.

Demnach führt eine schnellere Einbürgerung im internationalen Vergleich zu größeren Lohnsteigerungen und stabileren Beschäftigungsverhältnissen. Auch die Aufstiegschancen von Zuwanderern in besser bezahlte Berufe und Branchen wachsen.
Im europäischen Vergleich sind Neuankömmlinge demnach meist „mit höherer Wahrscheinlichkeit arbeitslos und verdienen weniger als die einheimische Bevölkerung“. In Staaten, die wie Deutschland zuletzt ihre Einbürgerungsbestimmungen liberalisiert haben, habe eine frühe Einbürgerung die Aussichten der Zuwanderer auf dem Arbeitsmarkt deutlich verbessert.
„Besonders stark wächst der Lohn bei Einwanderern aus ärmeren Ländern: Ihre wirtschaftliche Situation unterscheidet sich im Laufe der Zeit nicht mehr von Zuwanderern aus entwickelten Ländern“, so Gathmann. In Deutschland profitierten demnach besonders Frauen, die ohne Einbürgerung auf dem Arbeitsmarkt oft benachteiligt seien.


http://www.t-online.de/wirtschaft/id_72886930/wirtschaft-studie-zuwanderer-und-staat-profitieren-von-frueher-einbuergerung.html

CDU-Präsidiumsmitglied: Deutscher Pass für Flüchtlinge nach fünf Jahren

2. März 2015

14. Februar 2015 – fuldainfo.de

Berlin. Aus der CDU-Spitze gibt es einen neuen Vorstoß zur Flüchtlingspolitik: Präsidiumsmitglied Emine Demirbüken-Wegner fordert, Flüchtlingen nach fünf Jahren die Einbürgerung zu ermöglichen. Ein solcher “Fünf-Jahres-Plan” sei Ausdruck einer echten Willkommenskultur, sagte Demirbüken-Wegner der “Berliner Zeitung”. “Das werden die besten Patrioten, die man sich überhaupt vorstellen kann.”

Voraussetzung für die Vergabe des deutschen Passes solle ein Arbeits- oder Ausbildungsplatz und deutsche Sprachkenntnisse sein. Auch dürften die Flüchtlinge keine staatlichen Hilfen mehr in Anspruch nehmen. Ein neues Einwanderungsgesetz, wie es CDU-Generalsekretär Peter Tauber ins Gespräch gebracht hat, sei nicht nötig. Auch das von Tauber favorisierte Punktesystem sei auf Deutschland schlecht anwendbar. Von einem Punktesystem profitierten vor allem Hochqualifizierte. Deutschland brauche aber nicht nur Akademiker, sondern auch Leute mit mittleren und niedrigen Abschlüssen, wie Pflege- und Reinigungspersonal, Handwerker und Industriefachkräfte. Sinnvoll sei daher “ein dynamisches Mischsystem, bei dem auch der jeweils aktuelle Arbeitsmarktbedarf berücksichtigt wird.”

Dieses müsse jährlich angepasst werden. Demirbüken-Wegner sagte, entscheidend sei, dass die Politik bei Zuwanderungsfragen mehr Engagement zeige. “Wir haben bislang den Fehler gemacht, nur auf Probleme zu reagieren, aber nicht zu agieren.” Man reagiere auf schlechte Sprachstandsmessungen bei Kita-Kindern, auf miserable Bildungstests bei Schülern, auf tendenziöse Vermittlung von Religionsinhalten, auf gesellschaftliche Radikalisierungen, die das Anschlagsrisiko schüren. Stattdessen müsse man dazu übergehen, weitsichtig zu handeln. Die Aufnahme von Flüchtlingen und Zuwanderern könne ein Gewinn für Deutschland sein. “Es geht darum, drei oder vier Jahre in einen Menschen zu investieren. Im Gegenzug bekommen wir 20, 30, 40 Jahre an Leistung: Arbeitskraft, Steuerzahlungen, Sozialversicherungsbeiträge. Damit ist unsere Zukunft gesichert, die Alterspyramide wird wieder breiter. Diese Weitsicht brauchen wir”, sagte Demirbüken-Wegner. +++ fuldainfo

http://www.fuldainfo.de/fdi/cdu-praesidiumsmitglied-deutscher-pass-fuer-fluechtlinge-nach-fuenf-jahren/

Integrationsbeauftrage will Ausweitung der Doppelpass-Regelung

2. März 2015

26. Februar 2015
von Andreas Heegt – polenum.com

Die Integrationsbeauftrage der Bundesregierung, Aydan Özoguz, fordert eine Ausweitung der Doppelpass-Regelung. Die einstigen Gastarbeiter profitierten von der vergangenes Jahr verabschiedeten großzügigeren Doppelpass-Regelung nicht – “obwohl auch sie es waren, die unser Land mit aufgebaut haben”, sagte Özoguz der “Süddeutschen Zeitung” (Donnerstag). “Es wäre eine großartige Geste, diesen Menschen bei der Einbürgerung ihre alte Staatsangehörigkeit zu lassen. Davon könnten bis zu einer Million ehemalige Gastarbeiter profitieren”, sagte sie weiter.

Integrationsbeauftrage will Ausweitung der Doppelpass-Regelung. Foto: über dts Nachrichtenagentur

Integrationsbeauftrage will Ausweitung der Doppelpass-Regelung.
Foto: über dts Nachrichtenagentur


Zudem sprach sich Özoguz dafür aus, über Migrationseinrichtungen in Nordafrika nachzudenken. “Wenn es darum geht, die Menschen zu informieren, dann ist das eine Überlegung wert. Es dürfen aber keine unmenschlichen Lager sein.” Solche Einrichtungen wären ein Gewinn, wenn man Menschen, die wegen ihrer Ausbildung sowieso gefragt seien in Deutschland, “damit den gefährlichen Weg übers Meer ersparen kann”. Bei vielen Flüchtlingen herrsche “oft Ahnungslosigkeit über unser System. Da wäre mehr Aufklärung und Information vor Ort natürlich hilfreich.” (dts Nachrichtenagentur)

http://www.polenum.com/politik_energie_umwelt_meinung/integrationsbeauftrage-will-ausweitung-der-doppelpass-regelung/

Wo Ribérys Seele gestreichelt wird

2. März 2015

26. Februar 2015 – sueddeutsche.de
Von Thomas Hummel

Franck Ribéry vom FC Bayern überlegt, die deutsche Staatsbürgerschaft zu beantragen. Auch weil das Verhältnis zu seiner Heimat Frankreich zerrüttet ist. Gute Nachricht für künftige Bundestrainer: Sein Sohn hat einen linken Fuß wie Arjen Robben.

 Ribéry bald Deutscher? Franzose liebäugelt mit neuem Pass


Ribéry bald Deutscher? Franzose liebäugelt mit neuem Pass
(Foto: AFP, Foto: AFP)

Wo auch immer die Fußball-WM 2030 stattfinden wird, ob im Juli oder im Dezember, der Sieger steht schon fest: Deutschland wird seinen x-ten Stern holen, die Leute dürfen wieder ein Fußball-Märchen feiern. Denn der Bundestrainer (der dann vermutlich Philipp Lahm oder Per Mertesacker heißt) hat einen Angreifer dabei, den die Welt noch nicht gesehen hat. Man stelle sich vor: einen Spieler noch nicht mal 20, der das Beste aus Franck Ribéry und Arjen Robben vereint.

Dieser Spieler trägt den Namen Saif al-Islam Ribéry. Über seinen heute dreijährigen Sohn sagt Franck Ribéry in einer Interview mit der Bild-Zeitung: „Ich trainiere schon mit ihm im Garten, Dribblings, Schüsse. Er hat einen phantastischen linken Fuß. Wie Arjen.“

Dass der lustige Draufgänger Franck Ribéry auf den Fußballplätzen nichts für unmöglich hält, sehen die Zuschauer des FC Bayern seit fast sieben Jahren. Die Fans des Klubs lieben ihn dafür, niemand wird in der Münchner Arena so gefeiert wie der 31-jährige Franzose. Auch deshalb hat er in München eine neue Heimat gefunden, das erklärt er seit Jahren. Das Heimatgefühl trägt nun offenbar so weit, dass er überlegt, die deutsche Staatsbürgerschaft zu beantragen. „Warum nicht? Ich kann mir vorstellen, auch nach der Karriere in München zu bleiben“, sagt Ribéry. Weil er ein gutes Gefühl in Deutschland habe. Und Saif „kann sogar mal für Deutschland spielen“.

Der Wohlfühlfaktor im Süden Deutschlands ist freilich nur der halbe Teil dieser Geschichte. Der andere handelt von Frankreich, seinem Geburtsland, mit dem er sich offenbar unheilbar zerstritten hat. Als Ribéry Anfang des vergangenen Jahres unter den Top drei zur Weltfußballer-Wahl stand, reisten Berichterstatter nach München, um sich dem Phänomen Ribéry zu nähern. Die Grundfrage lautete: Wie kann es sein, dass dieser ungehobelte Bursche mit den schlechten Manieren in Deutschland so beliebt ist?

Für die meisten Franzosen ist Ribéry eine Persona non grata. Jemand, der das Ansehen der Nation beschmutzt hat, da kann er so toll Fußball spielen, wie er will. Das Jahr 2010 hatte zum Bruch des Landes mit einem seiner besten Kicker geführt. Die Affäre rund um das Escortgirl Zahia Dehar war und ist in Frankreich ein Skandal. Dass sich der reiche, verheiratete Fußballer eine Prostituierte einfliegen ließ, die noch dazu nach französischem Recht minderjährig war, haben ihm die Landsleute sehr übel genommen. Kurz darauf folgte bei der WM 2010 der Aufstand von Knysna, die Rebellion der Equipe tricolore gegen ihren Trainer Raymond Domenech. Vor den Kameras der Welt benahmen sich die Kicker wie ein Haufen rebellischer Internats-Jungs – einer der Anführer war: Ribéry. Sogar die Politik schaltete sich ein, die Geschichte wird als nationale Schande empfunden. In München hingegen kümmerten sich die Bayern-Verantwortlichen um ihn, schützten ihn gegen alle Angriffe von außen. Auch deshalb lehnte er damals eine Offerte von Real Madrid am Ende ab.

Zur WM 2014 schien sich das Verhältnis zwischen Spieler und Land zu befrieden. Auch ihm, dem überragenden Anführer, hatte die Nation zu verdanken, sich in den Playoffs gegen die Ukraine überhaupt qualifiziert zu haben. Doch kurz vor der Reise nach Brasilien kam die Nachricht: Franck Ribéry sei wegen Rückenschmerzen nicht einsatzbereit.

Es folgte ein Streit der Ärzte der französischen Nationalmannschaft mit dem Münchner Doktor Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt. Im Kern ging es darum, dass Bayern-Doc Müller-Wohlfahrt seine Patienten gerne mit einer Spritzenkur aus extrahiertem Kälberblut behandelt. Die Franzosen hingegen wollten Ribéry offenbar mit Kortison behandeln gegen die Schmerzen, was Ribéry ablehnte. Da der Konflikt nicht zu lösen war, strich ihn Trainer Didier Deschamps aus dem Aufgebot. Während der WM glaubten viele Franzosen, dass ihre Mannschaft ohne Ribéry ohnehin stärker sei, weil dann andere Spieler besser zur Geltung kämen.
„Ich war getroffen von dem, was vor der WM 2014 passiert ist“

„Ich war getroffen. Richtig getroffen von dem, was vor der WM 2014 passiert ist“, erklärt Ribéry nun. Zwei Jahre habe er alles getan für diese WM, hatte die meisten Vorlagen und Tore in der Qualifikation. „Frankreich war wegen mir bei der WM.“ Aber das sei alles vorbei. Ribéry ist inzwischen aus der Nationalmannschaft zurückgetreten.

Zuletzt schrieb das L’Equipe Magazine, dass Ribéry 14,8 Millionen Euro im Jahr verdiene und damit unter den Topverdienern der französischen Sportler auf Rang drei liege. Dass ein Sportler mit so schlechtem Leumund auch noch so viel Geld verdient, hebt im traditionell eher linken Frankreich nicht gerade die Laune. Ribéry verteidigt sich entsprechend: „Woher sollen sie das wissen? So ein Unsinn.“ Natürlich verdiene er sehr, sehr gut. Aber es sei nie leicht gewesen für ihn, er habe sich von ganz unten nach oben gekämpft.

Nun also Deutschland, wo er verehrt wird und auch in diesem Jahr mit dem FC Bayern drei Titel anstrebt. Mit der Einbürgerung muss er aber noch ein wenig warten, erst nach acht Jahren Aufenthalt kann er den Test beantragen. Ein bisschen muss er dafür noch an seinem Deutsch feilen, das zwar schon respektabel ist, aber für einen schriftlichen Test ein wenig wacklig. Seine älteste Tochter Hiziya lache immer über sein Deutsch, berichtet Ribéry. Wobei er auf seine ganz eigene Art bereits Sprachgeschichte geschrieben hat. Welcher Bayern-Fan erinnert sich nicht an die Meisterfeier im Jahr 2010 auf dem Rathausbalkon in München und den legendären Satz: „Isch abe gemacht funf Jahre mehr!“
http://www.sueddeutsche.de/sport/einbuergerung-des-bayern-profis-wo-riberys-seele-gestreichelt-wird-1.2368545

Ich bin der schnellste Deutsche: Igor Weimer (31) aus Serbien nach nur 87 Tagen eingebürgert

2. März 2015

02.03.2015 – Bild.de
Von HILDBURG BRUNS

Berlin-Neukölln – Igor (31) ist kein Formel-1-Vettel, dennoch ist er der schnellste Deutsche. Nach nur 87 Tagen Bearbeitungszeit ist der Antrag des Serben auf Einbürgerung angenommen. Rekord!

  Igor Weimer (31) bekommt mit seiner Urkunde den deutschen Pass und Personalausweis Foto: Michael Hübner

Igor Weimer (31) bekommt mit seiner Urkunde den deutschen Pass und Personalausweis
Foto: Michael Hübner

Er wollte es unbedingt. „Ich bin nicht als Gastarbeiter gekommen, sondern um zu bleiben“, sagt der junge Mann. „In Deutschland fühle ich mich respektiert wie ich bin.“
Deshalb hat sich Igor zielstrebig gekümmert. Ist den Papieren hinterhergelaufen, hat Deutsch gebüffelt. Er hat in einem Hostel geputzt, bei Burger King Fritten verkauft. Nach einem Jahr wechselte er als Steward zur Bahn.

Igor: „Ich erfülle meine Pflichten, dann will ich auch meine Rechte. Wie wählen zu können.“
Die Bearbeitungszeit des Antrags auf der deutschen Seite beträgt in der Regel ein halbes Jahr. Die Voraussetzungen: rechtmäßiger Aufenthalt von mindestens acht Jahren (Ehegatten drei Jahre), finanziell unabhängig, nicht vorbestraft, ausreichende Deutschkenntnisse.

Foto: BILD-Grafik

Foto: BILD-Grafik

Igor hatte beim Einbürgerungstest 32 von 33 Fragen richtig beantwortet und konnte seinen Antrag schon nach drei Jahren stellen, weil er seinen Liebsten, einen Deutschen, geheiratet hat.
Vergangenes Jahr wurden 6539 Ausländer in Berlin eingebürgert (2013: 6674). Vor allem aus der Türkei (1334), Polen (407), Vietnam (287), Russland (231). Die meisten im Bezirk Mitte (s. Tabelle).
„Ich fühl mich jetzt ruhiger, sicherer, vollständiger“, sagt der junge Mann. Nachdem er im Rathaus Neukölln Urkunde und Grundgesetz bekommen hat, geht er feiern. Eine Freundin hat eine Torte mit schwarz-rot-goldenen Fähnchen verziert, eine andere schenkt eine gelbe Rose.
„Menschen wie Igor sind herzlich willkommen“, sagt Neuköllns Vize-Bürgermeister Falko Liecke (42, CDU). „Er will etwas erreichen, arbeitet, hat die Hand ergriffen, die ihm die deutsche Gesellschaft gereicht hat. Das ist auch der Beitrag, den wir von Zuwanderern erwarten müssen.“
http://www.bild.de/regional/berlin/berlin/ich-bin-der-schnellste-deutsche-39980442.bild.html

Umfrageergebnis: Karlsruhes Engagement für Einbürgerungen ist ausreichend

28. Oktober 2014

24.10.2014 – ka-news.de
Karlsruhe (ser) – Eine Kampagne zur Einbürgerung in Karlsruhe soll geplant werden. Dazu hat sich der Gemeinderat in dieser Woche entschieden. Das Ziel: Die Kampagne soll sich auf Karlsruhe beziehen und für Einbürgerung werben. Grünen-Stadträtin Ute Leidig betonte, Broschüren und eine Homepage würden „nicht reichen“. Daher wollten wir von Ihnen in unserer Umfrage wissen: Engagiert sich die Stadt genug?
Anzeige

Einbürgerungstest

Einbürgerungstest

Bereits vor zwei Jahren wurde die Stadtverwaltung vom Karlsruher Gemeinderat aufgefordert, Vorschläge für eine bessere Werbung und Information zur Einbürgerung zu entwickeln. Die nun zu planende Kampagne werde „Zeit und Geld“ kosten, so Kult-Fraktionsvorsitzender Lüppo Cramer. 64,55 Prozent der Teilnehmer unserer nicht-repräsentativen Umfrage sind der Meinung, dass die Stadt ausreichend für Einbürgerung wirbt.

Ka-news-Leser rockinsteven spricht sich klar für mehr Einsatz bei der Einbürgerung aus: „Prinzipiell ist die Einbürgerung von Menschen, die hier Arbeit und ihren Lebensmittelpunkt gefunden haben, nur positiv zu sehen.“ Dass sich die Stadt allerdings nicht genug für Einbürgerung einsetzt, meinen 16,82 Prozent der Befragten und sagen: „Karlsruhe hat bei dem Thema eindeutig noch Nachholbedarf.“

11,81 Prozent der Abstimmenden geben an, zu dem Thema keine Meinung zu haben. Ebenfalls für mehr Engagement bei der Einbürgerung sind 6,82 Prozent. Sie glauben, dass sich Karlsruhe zumindest an der ein oder anderen Stelle mehr bemühen könnte.

Gabriele Andretta fordert Einbürgerungskampagne für Niedersachsen

28. Oktober 2014

22.10.2014 – Geschrieben von Frank Dullweber – StadtRadio Göttingen

Die Göttinger SPD-Landtagsabgeordnete Gabriele Andretta hat sich für eine Einbürgerungskampagne in Niedersachsen ausgesprochen. Damit unterstützt sie einen gemeinsamen Antrag der Grünen und der SPD im Landtag. Die Koalition fordert die Durchführung einer landesweiten Kampagne, die gezielt für mehr Einbürgerungen wirbt. Besonders die EU-Bürger sollen dabei angesprochen werden. Durch die vermehrten Einbürgerungen verspricht sich Andretta einen Profit für ganz Niedersachsen. Es wäre eine umfassende politische Gleichstellung möglich, so die SPD-Politikerin. Göttingen sei dabei auf einem guten Weg. In den letzten drei Jahren wurden jeweils etwa 200 Ausländer eingebürgert. In ganz Niedersachsen waren es im Jahr 2012 rund 8.500.

Gabriele andretta -  commons.wikimedia.org

Gabriele andretta –
commons.wikimedia.org

Niedersächsischer Landtag debattiert über Einbürgerung

28. Oktober 2014

22.10.2014 – NDR
Im Niedersächsischen Landtag haben die Abgeordneten am Freitag unter anderem über den Rückbau von Atomanlagen, die Flüchtlingspolitik und die Einbürgerung von Zuwanderern debattiert. Außerdem stand eine Anfrage der FDP auf der Tagesordnung. Darin ging es um die Bund-Länder-Finanzbeziehungen: Der geltende Solidarpakt laufe 2019 aus, die Landesregierung solle sich auf Bundesebene um Neuregelungen kümmern, forderten die Liberalen.

Im Landtag debattieren die Abgeordneten unter anderem über die Flüchtlingspolitik. (Themenbild) NDR

Im Landtag debattieren die Abgeordneten unter anderem über die Flüchtlingspolitik. (Themenbild) NDR


%d Bloggern gefällt das: