Deutsch werden mittels Ratenzahlung

http://www.wa.de/15.08.12, Stadt Hamm
HAMM – Die Stadt will mehr Einwanderer dazu bewegen, sich einbürgern zu lassen. Migranten sollten ermutigt werden, die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen, sagte Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann bei der Vorstellung einer entsprechenden Kampagne.

Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann (Mitte) stellte die Einbürgerungsoffensive der Stadt vor.

Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann (Mitte) stellte die Einbürgerungsoffensive der Stadt vor.

Die fällige Gebühr von 255 Euro pro Person solle dafür auch in Raten zahlbar sein.

Im punkto Einbürgerung sieht Hamm sich als Vorreiter. 2011 hätten hier 387 Menschen die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen, sagte Wolfgang Müller, Leiter des Amtes für soziale Integration. Das sei ein Plus von 22 Prozent, der Zuwachs liege deutlich über dem Landes- und Bundesschnitt.

Es gebe jedoch Hürden für die Einwanderung, sagte Hunsteger. Die würden zum Teil von den Herkunftsländern aufgebaut, die sich unter Umständen viel Zeit damit ließen, Menschen aus ihrer Staatsbürgerschaft zu entlassen und dafür auch noch ordentliche Gebühren kassierten.

Andere Hürden stelle die Bundesrepublik auf, in dem sie selbst Gebühren für die Einbürgerung vorschreibe, sagte Hunsteger. Er sei damit nicht glücklich. Für manche Immigranten seien diese Geldbeträge ein ernstes Problem; die Stadt wolle ihnen entgegenkommen, indem sie Ratenzahlungen akzeptiere.

255 Euro kostet die Einbürgerung für einen Erwachsenen, bestätigt das Bundesinnenministerium; 51 Euro sind es für ein Kind. Das Gesetz zur Reform des Staatsangehörigkeitsrechtes von 1999 schreibe einen „kostendeckenden Betrag“ vor. Bei öffentlichem Interesse, sagt ein Ministeriumssprecher, könnten die Kommunen aber auch eine Gebührenbefreiung gewähren.

Potenzial für weitere Einbürgerungen dürfte Hamm haben: Rund 20.500 ausländische Staatsbürger leben in der Stadt, das entspricht 11,5 Prozent der Bevölkerung. Die größte Gruppe stellen mit 17.300 Personen die Türken.

Hunsteger und Müller betonten, dass die Einbürgerung Vorteile für Individuum und Gesellschaft biete: Sie fördere die Identifikation mit dem Gemeinwesen und das bürgerschaftliche Engagement; dem Einzelnen biete sie das Wahlrecht, die Reisefreiheit in der Europäischen Union und Vorteile in Beruf und Unternehmertätigkeit.

Die Stadt will nun mit einem Einbürgerungsfilm, Sprechstunden bei Migrantenorganisationen, Plakaten und Kino-Spots für die Einbürgerung werben. Festhalten will die Stadt auf jeden Fall an den Einbürgerungsfeiern. Das Überreichen der Einbürgerungsurkunde werde von den Einwanderern als feierlicher Akt empfunden, sagte Hunsteger. – jf

http://www.wa.de/nachrichten/hamm/stadt-hamm/stadt-hamm-will-einbuergerung-erleichtern-deutsch-werden-mittels-ratenzahlung-2460149.html

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